Good Morning Vietnam!

Nachdem ich zwei Monate in Thailand verbracht habe, ging es im Anschluss spontan nach Vietnam. Das Land, das viele vor allem mit dem Vietnamkrieg verbinden, grenzt an China, Laos und Kambodscha. Das Klima unterscheidet sich ähnlich wie in Thailand stark, je nachdem ob man sich im Norden oder Süden des Landes befindet. In Nordvietnam herrscht ein tropisches Wechselklima und es kann, gerade in Hanoi und in den Bergen, sehr kühl werden. Im Süden hat man dagegen das ganze Jahr über tropisch-warme Temperaturen. Ungefähr in Höhe der Stadt Da Nang verläuft die Wetterscheide beziehungsweise die Teilung zwischen Nord- und Südvietnam.

Eine Stadt, zwei Namen

Der erste Stopp war Ho-Chi-Minh-City, die größte Stadt des Landes, die auch noch unter ihrem alten Namen Saigon bekannt ist. Bis 1975 war sie die Hauptstadt Vietnams, mittlerweile ist dies Hanoi.
Das Erste was einem in Saigon auffällt: Die nicht enden wollende Zahl an Motorrädern. Denn diese sind hier das Verkehrsmittel Nummer Eins. Während in Bangkok das öffentliche Verkehrsnetz durch S-Bahn und Skytrain ziemlich gut ausgebaut ist, wird hier alles mit dem Motorrad erledigt – sprichwörtlich alles. Egal ob es eine Matraze ist, Schweine oder zehn Körbe mit Gemüse: Auf dem Motorrad wird wirklich alles transportiert.

Das Zweite was auffällt: die Lautstärke. Denn so viele Motorräder machen natürlich Lärm – vor allem, weil hier jeder Roller hupt, sobald er überholt oder sobald ein anderer Verkehrsteilnehmer im Weg ist. Und da eins von beiden immer der Fall ist, wird ständig gehupt.
Auch in den Restaurants und Cafés scheint das Motto zu gelten: Je lauter, umso besser. laute Musik gehört hier quaso zur Inneneinrichtung. Vielleicht ist das aber auch nur ein Versuch, die Lautstärke von den Straßen zu übertönen.

Living like a local

In Saigon habe ich wieder etwas außerhalb des Stadtzentrums in einem Airbnb übernachtet. Denn Airbnb ist eine super Möglichkeit, um eine Stadt abseits der touristischen Ecken kennenzulernen und mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen. Hier hatten meine Freundin und ich das Glück, eine ganz besonders tolle vietnamesische Gastgeberin in unserem Alter zu haben, die super hilfsbereit war und uns viel über ihr Land und das Leben in Saigon und Vietnam erzählt hat.

Unterkunft in Saigon

Die Nachbarschaft war hier ausschließlich vietnamesisch und meine Freundin und ich die einzigen Westler weit und breit. So konnten wir einen sehr authentischen Eindruck vom Leben in Ho-Chi-Minh-City erhalten. Allerdings hat das „Living like a local“ auch seine Schwierigkeiten … Denn was man schnell feststellt, vor allem wenn man sich in einer nicht so touristischen Ecke befindet: Englisch ist hier nicht so verbreitet. Mit Händen und Füßen kann man sich dann meist aber doch irgendwie verständigen.

Während das Viertel, in dem wir gewohnt haben, aus unzählig kleinen Straßen und verwinkelten Gassen besteht, sind die Straßen und Gehwege im Zentrum viel breiter – und deshalb auch etwas entspannter zum Gehen. Trotzdem haben die kleinen Gassen, vor allem weil sie so schön bepflanzt sind, einen ganz besonderen Charme … Platzangst sollte man hier allerdings nicht haben, denn die Gassen sind sehr eng und man lebt hier auf engem Raum auf- und miteinander.

Vietnamesisches Wohnviertel

Was man auf den idyllischen Fotos allerdings nicht sieht, sind die Motorräder, die auch durch die engsten Gassen rasen. Was die Anzahl der Motorräder und den Verkehrslärms angeht, stehen die Viertel außerhalb des Stadtzentrums der Innenstadt nämlich in nichts nach. Eine der größten täglichen Herausforderungen in Vietnam besteht deswegen darin, nicht von einem Motorroller angefahren zu werden.

Von der Architektur ist Vietnam ganz anders als Thailand: Die Häuser sind farbenfroh, eher quadratisch und sehr schmal – und oft bis zum bersten mit Lebensmitteln, Kleidung oder anderen Dingen gefüllt. Im Zentrum findet man dagegen viele Wolkenkratzer und elegante und teure Hotelbauten und Gebäude.

Vietnamesische Nachbarschaft
Innenstadt von Ho-Chi-Minh-City

Sehenswürdigkeiten

Wer mehr über die Geschichte des Landes und vor allem den Vietnamkrieg erfahren will, der kann das Kriegsopfer-Museum in Saigon besuchen. Ein Erlebnis, das definitiv nicht spurlos an einem vorrüber geht und dessen Bilder man nicht so schnell vergisst …

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Ho-Chi-Minh-Stadt ist das historische Postamt im gotischen Stil, welches immer noch im Betrieb ist. Wer überlegt, ein Paket nach Deutschland zu verschicken, dem kann ich aus eigener Erfahrung abraten. Der Versand ist teuer und wenn man, wie in meinem Fall, Pech hat, landet das Paket außerdem in Deutschland beim Zollamt … Und es da auszulösen ist nicht so einfach – und mit weiteren Kosten verbunden.

Schön anzusehen ist das Postamt in Saigon allerdings. Direkt gegenüber liegt außerdem die Notre-Dame Kathedrale, die momentan leider renoviert wird.

Historische Postamt
Notre-Dame Kathedrale

Wer Souvenirs, Bekleidung oder Lebensmittel kaufen möchte, der wird hingegen auf dem Ben-Thanh-Markt fündig. Die Markthalle beherbergt über 1500 Stände und ist ein weiteres Wahrzeichen des alten Saigon. Die Händler sind hier allerdings – wie in den meisten Markthallen oder touristischen Ecken – sehr aufdringlich, sodass so ein Marktbesuch auch schnell in eine eher negative Erfahrung umschlagen kann. Wer sich dennoch ins Marktgetümmel wagt: Hier darf (und sollte) bei den Preisen gehandelt werden. Etwas, dass ich noch immer etwas trainieren muss – aber Übung macht den Meister.

Vietnamesische Küche

Was die vietnamesische Küche betrifft, so ist diese erstaunlich fleischlastig … Vegetarier haben es deswegen hier sehr schwer und auf die Frage, ob es auch vegetarische Gerichte gibt, beziehungsweise das Gericht nicht auch ohne Fleisch zubereitet kann, ernet man in 85 % aller Fälle ein Kopfschütteln. Denn das Konzept einer vegetarischen oder veganen Ernährung ist den meisten Vietnamesen fremd. Selbst als Fleischesser kommt man hier manchmal an seine Grenzen … Ich esse zwar Fleisch, allerdings nicht täglich, geschweige denn dreimal am Tag … Das klassische vietnamesische Frühstück besteht nämlich aus einer Pho-Suppe, die Fleisch, Reisnudeln und etwas Gemüse enthält.

Pho – der vietnamesische Klassiker

Ein Essen zu finden, was nicht scharf ist, ist dann die zweite kulinarische Herausforderung … Ansonsten mögen es die Vietnamesen, ähnlich wie die Thailänder, süß: Wer einen vietnamesichen Kaffee bestellt, erhält einen Kaffee mit sehr süßer Kondensmilch – und dieser kann vom Zuckergehalt definitiv mit jedem Dessert mithalten … In touristischen Ecken findet man mit etwas Glück aber auch Kaffee mit Kuhmilch. Auch bei anderen Dingen wie Getränken, Fruchtsäften oder Joghurt lautet die Devise in Vietnam: Je süßer, umso besser.

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2 Kommentare

  1. Danke, Antonia für diese interessanten Vietnameinblicke ! Ist spannend zu lesen und du lieferst gleich tolle Tips mit, für den Fall,daß einen selber mal die Reiselust packt…Liebe Grüße aus Berlin

  2. Danke für deine lieben Worte Anne! Es freut mich, dass du meinen Blog so rege verfolgst:)Vietnam ist definitiv einen Besuch wert und ich bin nun auch schon fast drei Monate im Lande;) Liebe Grüße zurück nach Berlin

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