Usedom: Berlins Badewanne

Ungefähr drei Autostunden von Berlin entfernt liegt die Ostseeinsel Usedom. Nicht weit entfernt eigentlich, und doch hat man auf der Insel plötzlich das Gefühl, ganz weit weg zu sein von allem. Vor allem vom lauten, hektischen Berlin. Stattdessen gibt es Natur, Meer, Strand – und Luft zum Durchatmen.

Usedom ist die zweitgrößte deutsche Insel. Mit 12 km besitzt sie Europas längste Strandpromenade – wer gerne Strandspaziergänge macht, ist hier also richtig. Sie beginnt in Bansin und führt über Heringsdorf und Ahlbeck nach Swinemünde. Letzteres liegt schon in Polen. Heute kann man ohne Passkontrolle einfach zu Fuß, per Bus oder mit dem Fahrrad nach Swinemünde fahren. Nur das deutsch-polnische Tor an der Strandpromenade erinnert noch an die Tatsache, dass hier früher ein Grenzstreifen verlief.

Berlins Badewanne

Wenn ich Usedom mit nur einem Wort beschreiben könnte, wäre dies das Adjektiv „schön“. Die Kulisse der Villen, das Meer, saubere Straßen – die Insel wirkt fast ein bisschen surreal. Wie ein Märchenfilm von Disney. Kein Wunder, dass hier auch schon Kaiser Wilhelm II. seinen Urlaub verbrachte. Und auch die Berliner scheinen gerne hier zum Entspannen herzukommen: die Insel trägt auch den Spitznamen „Berlins Badewanne“.

Ahlbeck
Ahlbeck

Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck werden auch als „Kaiserbäder“ bezeichnet – dem Namen verdanken sie ihrer prachtvollen Bäderarchitektur. Unsere Ferienwohnung befand sich in Ahlbeck, und die Bezeichnung Ferienwohnung ist eigentlich etwas untertrieben. „Schloss am Meer“ wie die Ferienwohnung heißt, trifft es da schon eher. Denn von außen sieht das Haus wirklich wie ein kleines Schloss aus. Liegen tut es außerdem drei Minuten vom Strand entfernt – und vom Sessel des Schlafzimmers aus, kann man aufs Meer sehen! Einen Balkon, Kamin sowie eine voll ausgestattete Küche, in der es an nichts fehlt, hat die Ferienwohnung ebenfalls.

 

Schloss am Meer
Schloss am Meer

Blick aufs MeerBillig ist die Ferienwohnung allerdings nicht. In der Nebensaison zahlt man um die 90 Euro pro Nacht, in der Hauptsaison liegen die Preise deutlich höher. Wer es günstiger mag, der kann auch in der Jugendherberge unterkommen. Diese ist mit 30 Euro zwar auch erheblich teurer als andere Jugendherbergen – aber dafür auch erheblich schöner!
Im polnischen Swinemünde sind die Ferienwohnungen ebenfalls günstiger. Und auch für Bier und Fischbrötchen gibt man hier deutlich weniger aus. Probieren sollte man hier unbedingt ein Bosman-Bier – das hat sogar mir geschmeckt, und ich mag nur wenige Biersorten!

Innenstadt Swinemünde
Innenstadt Swinemünde

Usedom erkundet man übrigens am besten mit dem Fahrrad. Die Strandpromenade ist komplett asphaltiert und führt nicht nur am Strand, sondern interessanterweise auch am Wald entlang. Diese Strand-Wald-Kombi habe ich so noch auf keiner anderen Insel erlebt. Wer Loriot und vor allem den Film „Pappa ante Portas“ kennt, der wird die Seebrücke in Ahlbeck wiedererkennen: Hier wurde die Szene der Geburtstagsfeier der Schwiegermutter gedreht. Und wer den Film nicht kennt, der sollte dies ganz schnell nachholen!

Seebrücke Ahlbeck
Seebrücke Ahlbeck

Frischer Fisch

Was in Budapest das Fleisch ist, ist auf Usedom der Fisch. Es gibt ihn in jedem Restaurant und in jedem noch so kleinem Strandimbiss. Und wenn man ihn gerade nicht isst, riecht man ihn – ein Glück, dass ich gerne Fisch esse. Als Beilage gibt es Bratkartoffeln oder Pellkartoffeln, Gemüse findet man hingegen eher selten auf dem Teller. Eine riesige Portion Fisch kann man zum Beispiel bei Fischers Fritz in Ahlbeck essen. Hier fällt sogar die Salatgarnitur ausnahmsweise groß und vielfältig aus. Und ich verspreche euch, dass ihr für den Rest des Tages keinen Hunger mehr haben werdet!

Um seinen Zuckerhaushalt auf Touren zu bringen, lohnt sich ein Besuch im niedlichen Café Röntgen. Hier kann man süße Versuchung wie Petit Fourts oder Sanddorntorte probieren. Und falls das Café voll sein sollte, kann man sich auch einfach ein Stück mitnehmen – auf dem Balkon schmeckt der nämlich genauso gut. Unbedingt besuchen sollte man auch das Café Knatter, das einen traumhaften Blick auf das Achterwasser, eine Art Lagune des Peenestroms, bietet. Neben dem Meer hat Usedom nämlich diverse Seen und Gewässer zu bieten, die man ebenfalls mit dem Fahrrad erkunden kann. Im Café Knatter, zu dem auch eine Pension und eine Segel- und Surfschule gehört, kann man den Abend bei Sonnenuntergang und Wein gebührend ausklingen lassen.

Café Knatter
Café Knatter

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.